DMRZ.de-Blog

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Seit April des vergangenen Jahres veröffentlichen wir Beiträge aus dem Heilmittelbereich, beispielsweise zu den Themen Heilmittelpraxis, Heilmittelverordnung und ganz neu, Themen rund um den Fachkräftemangel in Therapieberufen. Auch Neuigkeiten rund um die Telematikinfrastruktur (TI) kannst du hier regelmäßig lesen.

Im Bereich Krankentransport thematisieren wir unsere attraktiven Tarife, geben Tipps zum Transportschein und beschreiben das neue Personenbeförderungsgesetz (PBefG). 

Und ganz neu: Themen rund um die Pflege.

Viel Spaß beim Lesen wünscht das DMRZ.de-Team

Pflegefachkräfte in Leiharbeit, Arbeitsregion
Pflege

Was ich in der Pflege verdiene (4) Das Gehalt als Leiharbeiter:in

In diesem Beitrag beschreiben wir Dir, welche Faktoren den Lohn in der Pflege beeinflussen. Wir stellen die Themen Leiharbeit und Arbeitsregion vor.

  • Pflegefachkräfte in Leiharbeit können möglicherweise mehr verdienen als die angestellten Kollegen – Hilfskräfte verdienen aber oft weniger

  • In Ostdeutschland kann das Gehalt in der Pflege geringer ausfallen als im Westen

  • Höhere Gehaltschancen gibt es im Ausland – beispielsweise in Luxemburg oder in der Schweiz

 

In den letzten beiden Teilen unserer Artikelserie haben wir Susanne vorgestellt, die in der Pflege arbeiten möchte und sich die unterschiedlichen Faktoren anschaut, die ihr mögliches Gehalt beeinflussen können. Aber es gibt noch weitere Faktoren, die wir im Folgenden genauer vorstellen wollen.

Leiharbeit oder Festanstellung?

Auch wirkt sich das Gehalt in der Pflege dadurch aus, ob Menschen wie Susanne fest angestellt sind oder in Zeitarbeit – oder Leiharbeit – tätig ist. In letzteren Fall würde Susanne in einem Verleihunternehmen arbeiten, das seine Pflegekräfte an Kliniken oder Pflegeeinrichtungen verleiht. Das ist z. B. dann sinnvoll, wenn spontan ein hohes, aber zeitlich begrenztes Arbeitsaufkommen entsteht. Aber oft dient die Zeitarbeit / Leiharbeit den Arbeitgeber:innen, um Kosten zu reduzieren.

Und Zeitarbeit ist im Aufstieg: Laut einer Auswertung des Instituts Arbeit und Technik der Westfälischen Hochschule und der Ruhr-Universität Bochum (PDF) stieg beispielsweise die Anzahl der Altenpflegefachkräfte in Leiharbeit von 2017 bis 2019 um 33 Prozent. 6.641 Altenpflegefachkräfte arbeiten in Leiharbeit.

Laut des Karriereberatungsunternehmens Medwing sei die Leiharbeit ein Arbeitsmodell, bei dem man die Arbeitszeiten selber bestimmen und bei dem man flexibel an verschiedenen Einrichtungen arbeiten könne. Außerdem würde man in der Pflege verglichen zur Festanstellung sogar einen höheren Stundenlohn erhalten. Doch ist das wirklich so?

Grundsätzlich lässt sich auch in der Leiharbeit in der Pflege sagen, dass die Löhne heute höher sind als noch vor einigen Jahren. Das hat das Institut Arbeit und Technik ermittelt. Ob Susanne aber als Leiharbeiterin mehr verdienen würde als Angestellte, das kommt darauf an, ob sie ausgebildet ist oder nicht: Beispielsweise in der Altenpflege würden Hilfskräfte sogar weniger verdienen als die angestellten Kolleg:innen. Bei den Fachkräften wäre das Gehalt zumindest ähnlich hoch, wenn nicht sogar etwas darüber. „Bei den Fachkräften haben die Leasingkräfte die regulär in den Einrichtungen angestellten Kolleg:innen bereits knapp überholt“, heißt es in dem Bericht, „2013 hatten sie noch 216 Euro weniger verdient, 2019 verdienten sie im Median 10 Euro mehr.“

Grundsätzlich lässt sich also sagen: Je besser die Qualifikationen sind desto höher besteht auch die Möglichkeit, durch Leiharbeit mehr zu verdienen. Würde sich Susanne entscheiden, ohne Ausbildung direkt als Pflegehilfskraft arbeiten zu wollen, dann sollte sie sich am besten nach einer Festanstellung umschauen.

Die Region: Ost oder West? Oder doch in Ausland?

Es spielt auch eine Rolle, in welcher Region man in der Pflege arbeitet. Ost-West-Lohnunterschiede lassen sich auch im Pflegebereich beobachten. Welche finanziellen Unterschiede es gibt, zeigt die folgende Infografik.

Es sind aber auch Lohnunterschiede bei den jeweiligen Bundesländern zu erkennen. Laut des Instituts Arbeit und Technik ist der beträgt Gehaltsunterschied bei Fachkräften 794 Euro; in Baden-Württemberg wird entsprechend mehr gezahlt als in Sachen-Anhalt. Und die größte Spanne bei den Hilfskräften beträgt 509 Euro (Nordrhein-Westfalen zu Sachsen).

Abschließend stellt sich auch die Frage, ob eine interessierte Person wie Susanne nicht auch ins Ausland begibt, um dort in der Pflege zu arbeiten. Das Karriereberatungsunternehmen Medwing sagt dazu: „Noch immer liegt das Einkommen vieler Pflegekräfte unter dem Durchschnittsgehalt in Deutschland. Dies führt dazu, dass unzufriedene Pfleger:innen zum Teil in andere Länder wie die Schweiz oder Luxemburg abwandern. Dort verdienen sie um einiges mehr.“

Fazit: Viele Faktoren, die das Gehalt ausmachen

Mit einem Satz lässt sich nicht sagen, wie viel eine Pflegekraft verdient. Zu viele Faktoren beeinflussen das Gehalt. Zusammengefasst sich das:

  • Genauer Beruf (Altenpflege, Krankenpflege oder eine Spezialisierung)

  • Form der Ausbildung

  • Geschlecht

  • Typ des Arbeitgebers (Krankenhaus, Pflegeheim, Pflegedienst oder Altenheim)

  • Tarifliche Vorgaben an den Träger

  • Leiharbeit anstatt Festanstellung

  • Ort des Arbeitsplatzes (unterschiedliche Bundesländer oder im Ausland)

 

Im nächsten Beitrag unserer großen Pflege-Serie geht es konkret darum, welche finanziellen Vorteile und Nachteile eine Ausbildung bzw. ein Quereinstieg haben.

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