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Alle Infos zu den Indikationsschlüsseln für Heilmittelverordnung

Zur einfachen Abrechnung von Heilmittel-Leistungen sind auf DMRZ.de alle Indikationsschlüssel hinterlegt. Wir zeigen, was es mit den Schlüsseln auf sich hat.

Heilmittelerbringer sind verpflichtet, korrekt ausgefüllte Verordnungen mit Indikationsschlüssel anzugeben. Selbst kleine Formfehler, die dem Arzt bei der Ausstellung oder dem Therapeuten bei der Abrechnung der Verordnung unterlaufen, können zu Rechnungskürzungen führen. 

Alle Indikationsschlüssel für Heilmittelerbringer sind daher im DMRZ-System zur vereinfachten Abrechnung hinterlegt. Nach Eingabe der ersten drei Stellen unterstützt sie die intelligente Plausibilitätsprüfung durch eine passgenaue Vorauswahl. Das spart Ihnen viel Zeit!

Was genau ist der Indikationsschlüssel in der Heilmittelabrechnung?

Der Indikationsschlüssel, den der Arzt angibt, bezeichnet den medizinischen Grund für den Einsatz einer therapeutischen oder diagnostischen Maßnahme. Er entspricht im Fall der Heilmittelverordnung nicht wie sonst üblich dem ICD-10, sondern ist ein eigener Schlüssel.

Dieser Schlüssel gibt die Lokalisation aus dem Heilmittelkatalog an und fasst diese dabei ggf. zur Leitsymptomatik zusammen. Der Indikationsschlüssel gibt somit einen Hinweis auf die Störung und das verordnete Heilmittel aus dem Bereich Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie oder Podologie.

Die Heilmittel sind somit dem Indikationsschlüssel zugeordnet. Ohne Indikationsschlüssel kann daher keine Abrechnung mit den Kassen erfolgen.

Indikationsschlüssel für Heilmittel: Beispiel Physiotherapie

Der folgende Auszug einer Tabelle stellt Indikationsschlüssel für den Bereich Physiotherapie vor. Genauere Angaben zur Tabelle, Beispiele sowie auch Informationen zu anderen Indikationsschlüsseln finden Sie im Anschluss dieser Tabelle. 

Indikationsschlüssel Indikation Therapie
WS1
- Wirbelsäulenerkrankungen prognostisch kurzer Behandlungsbedarf
a
Funktionsstörung, Schmerzen durch Gelekfunktionsstörung/-blockierung
A KG/MT
C Traktion, Wärme-/Kältetherapie
  b
Funktionsstörung, Schmerzen durch Fehl- oder Überbelastung
A KG
C Traktion
  c
Muskeldysbalance/-insuffizienz/-verkürzung
A KG/KG-Gerät
B Übungsbehandlung / Chirogymnastik
  d
segmentale Bewegungsstörung
A KG/MT
B Übungsbehandlung, Chirogymnastik
C Wärme-/Kältetherapie
  e
Schmerzen, Funktionsstörungen durch Muskelspannungsstörungen, Verkürzung elastischer und kontraktiler Strukturen
A KMT
B UWM/SM/PM/BGM
C Elektrotherapie, Wärme-/Kältetherapie, hydroelektrische Bäder
WS2
- Wirbelsäulenerkrankungen prognostisch längerandauernder Behandlungsbedarf
a
Funktionsstörung, Schmerzen durch Gelenkfunktionsstörung/-blockierung
A KG/MT
C Traktion/ Wärme-/Kältetherapie
  b
Funktionsstörung, Schmerzen durch Fehl- oder Überbelastung
AKG
C Traktion
  c
Muskeldysbalance/-insuffizienz/-verkürzung
A KG/KG-Gerät
B Übungsbehandlung, Chirogymnastik
  d
segmentale Bewegungsstörung
A KG/MT
B Übungsbehandlung, Chirogymnastik
C Wärme-/Kältetherapie
  e
motorische Parese von Extremitätsmuskeln, sensomotorische Defizite
A KG/KG-Gerät
B Übungsbehandlung
C Elektrostimulation
  f
Schmerzen, Funktionsstörungen durch Muskelspannungsstörungen, Verkürzung elastischer und kontraktiler Strukturen, Gewebequellungen / -verhärtungen / -verklebungen
A KMT
B UWM/SM/PM/BGM
C Elektrotherapie, Wärme-/Kältetherapie, hydroelektrische Bäder
  g
D1 komplexe Schädigungen, Funktionsstörungen bei zwei führenden Schädigungen, Funktionsstörungen a bis d neben f
D1. KG+KG-Gerät+MT
+ KMT, + Wärme-/Kältetherapie, + Elektrotherapie zusätzlich ggf.: hydroelektrische Bäder, Elektrostimulation, Traktion, Peloid-Vollbäder

Die oben angeführte Tabelle ist nicht vollständig und die Aktualität kann auch nicht garantiert werden. Hier finden Sie jedoch die aktuellen Indikationsschlüssel, vollständig aufgelistet für alle Heilmittelerbringer wie z. B. Logopäden, Ergotherapeuten, Masseure und weitere. 

Beispiele für Indikationsschlüssel für Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und Podologie

Die Indikationsschlüssel WS1a (30 %) und WS2a (35,3 %) sind die laut Thieme Connect am häufigsten verordneten Heilmittel. Mit der genialen Schnelleingabe, die Ihnen bei Eingabe des Indikationsschlüssels auch die Liste an passenden Vorschlägen anzeigt, sind Fehleingaben beim DMRZ unwahrscheinlich.

Der Indikationsschlüssel EX1a z. B. steht für Folgendes:

  • EX = Verletzungen / Operationen der Extremitäten und Erkrankungen der Extremitäten und des Beckens
  • 1 = mit prognostisch kurzzeitigem Behandlungsbedarf
  • a = Leitsymptomatik Gelenkfunktionsstörungen, Bewegungsstörungen, Kontrakturen

Bei Erkrankungen mit kurzfristigem Behandlungsbedarf erstreckt sich die Verschreibung auf einmal sechs physiotherapeutische Behandlungseinheiten. Mit dem Indikationskatalog Physiotherapie sind die physiotherapeutischen Leistungen des Heilmittelkataloges gemeint.

Der Indikationsschlüssel AT1 steht für Störungen der Atmung mit prognostisch kurzzeitigem Behandlungsbedarf. AT2 für Störungen der Atmung mit prognostisch länger dauerndem Behandlungsbedarf. AT3 für Störungen der Atmung bei Mukoviszidose.

Der Indikationsschlüssel SB4 des Heilmittelkataloges steht für Knochen-, Gelenk- und Weichteilerkrankungen. Mit „Gelenkerkrankungen“ sind vorwiegend Schulter/Ellbogen/Hand mit prognostisch kurzzeitigem Behandlungsbedarf gemeint.

Der Schlüssel ST kennzeichnet Störungen der Stimme:

  • ST1 = Organisch bedingte Erkrankungen der Stimme lokal-, ZNS-, hormonell- und lähmungsbedingt, OP-Folgen
  • ST2 = Funktionell bedingte Erkrankungen der Stimme
  • ST3 = Psychogene Erkrankungen der Stimme - Aphonie
  • ST4 = Psychogene Erkrankungen der Stimme
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