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Du möchtest dich selbstständig machen und dabei eine sinnvolle Dienstleistung im Gesundheitswesen anbieten? Ein Krankenfahrdienst mit Taxi oder Mietwagen könnte genau das Richtige sein. Krankenfahrten – also Fahrten von Patientinnen und Patienten zur Dialyse, Chemotherapie, Reha oder Arztpraxis – sind ein wachsender Markt.
Warum Krankenbeförderung? Im Vergleich zu reinen Taxi-Unternehmen hast du einen entscheidenden Vorteil: planbare, regelmäßige Fahrten und gesicherte Einnahmen durch direkte Abrechnung mit den Krankenkassen. Das bringt Stabilität und Kalkulierbarkeit.
In diesem Artikel zeigen wir dir in 10 Schritten, wie du ein Taxiunternehmen mit Krankenfahrten gründest. Am Ende wartet eine praktische Checkliste zum Download auf dich!
Übrigens: In unserem Ratgeber geht es weniger um qualifizierte Krankentransporte, sondern um klassische Krankenfahrten nach § 60 SGB V (Taxi/Mietwagen) ohne medizinische Betreuung im Fahrzeug.
Schritt 1: Region, Markt und Voraussetzungen prüfen
Region und Markt analysieren
Lege fest, wo du starten möchtest. Prüfe: Gibt es Bedarf? Wie viele Konkurrenten gibt es bereits? Sind Kliniken, Dialysezentren oder Reha-Einrichtungen in der Nähe?
Behördliche Grundvoraussetzungen
Für die Genehmigung prüft die Verkehrsbehörde drei Punkte:
Selbstcheck Zuverlässigkeit
Besorge frühzeitig:
Fahrerlaubnis
Wenn du selbst fahren willst, musst du mindestens 2 Jahre Führerschein Klasse B haben. Und später benötigst du zudem noch die Fahrerlaubnis zur Fahrgastbeförderung („P-Schein“).
Schritt 2: Behörden kontaktieren
Verkehrsbehörde
Kläre bei der Stadt-/Kreisverwaltung, ob aktuell neue Taxikonzessionen vergeben werden (die Zahl ist oft begrenzt) und wie es bei Mietwagenlizenzen aussieht. Frage außerdem, welche Unterlagen konkret benötigt werden. Lass dir am besten eine schriftliche Unterlagenliste geben!
IHK / Fachkundeprüfung
Informiere dich über die Termine und Anmeldefristen der Fachkundeprüfung Taxi- und Mietwagenverkehr sowie über Prüfungsinhalte und Vorbereitungsmöglichkeiten.
Wichtig: Die IHK-Fachkunde für Unternehmer ist verpflichtend und nicht zu verwechseln mit Fahrer-Qualifikationen!
Schritt 3: Betrieb und Finanzen planen
Betriebsgröße und Fuhrpark
Entscheide: Start mit einem oder mehreren Fahrzeugen? Welche Typen brauchst du (Rollstuhlrampe, Tragestuhl, Liegeoption)?
Personal und Standort
Wie viele Fahrer brauchst du (Schichten, Wochenenden)? Brauchst du Disponenten? Wo parkst du die Fahrzeuge, wo richtest du das Büro ein?
Rechtsform
Wähle: Einzelunternehmen, GbR, UG oder GmbH? Kriterien: Haftung, Kapitalbedarf, Aufwand.
Finanzplanung
Erstelle eine Kostenaufstellung:
Gesetzliche Mindestliquidität (PBefG)
Nachweis erforderlich:
Hinzu kommt aber auch noch deine Rücklage für die Anlaufphase, die du unbedingt finanziell einplanen musst.
Schritt 4: Fachkunde und P-Schein erwerben
IHK-Fachkundeprüfung
Pflicht für die verantwortliche Person (Unternehmer, Geschäftsführung). Plane 3 bis 6 Monate zwischen Anmeldung und Zertifikat ein. Du brauchst es für die Genehmigung.
P-Schein
Alle Fahrer – auch du – benötigen die Fahrerlaubnis zur Fahrgastbeförderung (kurz P-Schein). Beantrage sie bei der Fahrerlaubnisbehörde. Erforderlich sind ein ärztliches Gutachten (allgemeine Gesundheit, Belastbarkeit), ein augenärztliches Zeugnis (Sehvermögen), ggf. ein Reaktionstest sowie eine Zuverlässigkeitsprüfung. Auch hier: Bearbeitungszeiten einplanen!
Schritt 5: Unterlagen vorbereiten
Beachte, dass viele der benötigten Nachweise nur max. 3 Monate gültig sind – beantrage sie also zeitlich klug!
Unbedenklichkeitsbescheinigungen:
Weitere Unterlagen
Du brauchst deinen Personalausweis, ein polizeiliches Führungszeugnis, eine Auskunft aus dem Gewerbezentralregister, den Nachweis deiner finanziellen Leistungsfähigkeit, das IHK-Fachkundezertifikat und ggf. einen Gesellschaftsvertrag (bei Kapitalgesellschaften).
Angebote einholen – aber nicht unterschreiben!
Hole schriftliche Angebote für Fahrzeuge, Versicherungen, Standort, Funk, Taxameter und Abrechnungsanbieter ein. Wichtig: Keine bindenden Verträge vor der Genehmigung!
Schritt 6: Genehmigung beantragen
Reiche den vollständigen Antrag auf Taxi- oder Mietwagenkonzession bei der Verkehrsbehörde ein. Füge alle Unterlagen bei.
Während das Verfahren läuft:
Unternehmensgründung vorbereiten
Rechtsform festlegen, Gesellschaftsvertrag vorbereiten, ggf. Notartermin planen – aber erst nach Genehmigung wahrnehmen.
Technik und Partner recherchieren
Mit DMRZ hast du von Anfang an einen zuverlässigen Partner für die Online-Abrechnung mit Krankenkassen an deiner Seite. So bleibt mehr Zeit für dein Kerngeschäft!
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Schritt 7: Gründung abschließen
Nach Genehmigung:
Schritt 8: Institutionskennzeichen und Kassenverträge
Institutionskennzeichen (IK)
Das IK ist deine eindeutige Kennung für die Abrechnung mit Krankenkassen. Ohne IK darfst du keine Krankenfahrten abrechnen! Pro Betrieb beantragst du ein Institutionskennzeichen.
IK beantragen
Beantrage das IK bei der ARGE IK in Sankt Augustin. Die benötigten Nachweise sind: Gewerbeanmeldung, Handelsregisterauszug (bei Kapitalgesellschaften), Personalausweis, Steuernummer, Bankverbindung.
Kassenverträge
Zwei Wege:
Verträge beinhalten die Vergütungssätze, die Abrechnungswege und die Qualitätspflichten (z. B. P-Schein und Fahrzeugzustand).
Schritt 9: Fuhrpark, Technik, Versicherungen
Fahrzeuge anschaffen
Nach Genehmigung und Kassenverträgen: Kauf oder Leasing. Fahrzeuge müssen für Personenbeförderung zugelassen sein.
Versicherungen
Schließe ab:
Beachte, dass die Prämien deutlich höher sind als bei privaten Fahrzeugen!
Ausstattung
Installiere:
Bei Bedarf musst du die Fahrzeuge noch von einem Fachbetrieben umbauen lassen, für Rollstuhlrampen, Haltesysteme und/oder Tragestühle.
Schritt 10: Schulungen, Datenschutz, Organisation
Schulungen
Schule deine Fahrerinnen und Fahrer in:
„Kleine Fachkunde" für Fahrer
Diese Qualifikation (Nachfolger der Ortskundeprüfung nach PBefG) ist Stand 2026 nicht bundesweit Pflicht – nur einzelne Bundesländer/Kommunen nutzen Übergangsregelungen. Verbindlich: IHK-Fachkunde (Unternehmer), P-Schein, Zuverlässigkeit, finanzielle Leistungsfähigkeit. Aktuellen Stand bei Verkehrsbehörde/IHK prüfen.
Datenschutz
Patienten- und Fahrdaten sind sensibel. Beachte DSGVO: Zweckbindung, Datensparsamkeit, sichere Aufbewahrung.
Lokale Besonderheiten
Vorgaben der Verkehrsbehörden und Kassenverträge können regional unterschiedlich sein. Frage bei der IHK und der Verkehrsbehörde nach.
Fertig? Die erste Krankenfahrt – Los geht's!
Alles vorbereitet: Genehmigung da, Fahrzeuge startklar, Kassenverträge geschlossen, Team geschult. Du kannst deine erste Krankenfahrt durchführen – und abrechnen!
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Unsere praktische Checkliste zum Download (PDF)
Demnächst im DMRZ-Blog: So kommst du an deine ersten Krankenfahrten!
Allgemeiner Hinweis: Unsere Blogartikel dienen lediglich zur Information und bieten einen Überblick über das Thema. Trotz sorgfältiger Recherche und Prüfung können wir keine Garantie auf Richtigkeit oder Vollständigkeit der Informationen und Daten übernehmen. Konkrete Informationen findest du unter den jeweils genannten Quellen.


